pendler protokoll #25 - der neue fahrplan: get in the game

Der neue Fahrplan der Bahn ist nun einige Tage aktiv und im Wesentlichen hat sich für mich nicht viel geändert. Das der Regional Express (RE) von Limburg nach Frankfurt HBf jetzt allerdings im Hauptbahnhof an Gleis 1A einfährt kann mitunter zu ungewollten Sprints und Körperverletzungen führen - so auch heute morgen. Gut das ich “Killerspiele” spiele und man so schön damit trainieren kann… z.B. mein Movement, ähnlich wie bei Unreal Tournament, dass einem auch im echten Leben nützlich sein kann… Get in the Game!

*Intro*

Nach einigem Gegurke rund um Niedernhausen sind wir mit zehn Minuten Verspätung im Frankfurter HBf um 8:08 Uhr am Gleis 1A (Anmerk.: das ist außerhalb der Überdachung an der Südseite) angekommen. Der ICE 694 nach Berlin Ostbahnhof kommt um 8:09 Uhr am Gleis 9 an und soll um 8:13 Uhr seine Fahrt fortsetzen. In der Missionsbeschreibung bleiben vier Minuten um den Hindernisparkur zwischen Gleis 1A (am Arsch der Welt) und Gleis 9 zu meistern. Der heutige Schwierigkeitslevel für den Parkur wurde von der Deutschen Bahn erneut sehr anspruchsvoll gestaltet. Die Türen gehen auf… die Meute stürzt auf den Bahnsteig… 3… 2… 1 … Go!

*Start*

Pendler, Pendler überall Pendler. Gleis 1/1A ist voll. Ich schiebe mich dezent an drei Ladies vorbei, die alle Zeit der Welt haben und die Hälfte des Weges blockieren. Rechts angetäuscht und geschickt die Lücke zwischen den Damen und dem parkenden ICE auf Gleis 1 genutzt. *Durch. Puh!* Gegenverkehr! Links der ICE… vor mir entgegenkommendes Fussvolk. Hechtsprung nach rechts… ausgewichen. Mann mit Hut! Notbemse… *Nicht stehenbleiben Mann… auf der Autobahn parkt man auch nicht auf der Überholspur!* … will ich dem Typ entgegenschleudern Keine Zeit. Gas Gas Gas… ich hetze Gleis 1/1A runter. 90° Grad Linkskurve. Mein Trolli wird zum Spielball der Fliehkräfte… *Deckung Leute*. An Gleis 2 S-Bahn Pendler von links… Schlenker nach Rechts mit eingesprungenem Taschenheber vorbei am dynamischen Hinderniss. Gleis 3 bis 5 mit Bravour und viel Geschick gemeistert. Gleis 6 / 7 - Reisegruppe… *Damn*… ich packe die “Entschuldigung! Achtung! Platz da! Hier komme ich…”-Combo aus. Die Gruppe IPod’ler hat es natürlich nicht gehört und es kommt fast zum Mo-Mo-Monsterkill. Ähnlich wie bei Burnout Revenge schiebe ich den Verkehr aus dem Weg. Die Soundkulisse in Dolby 5.1… “Hey! Idi*t!”, “Aua!” und “A****loch!”… ist brachial und der Schmerz am rechten Schienbein, verursacht von einem Kick gegen einen Schrankkoffer, immens. *Halleluja!* … das Ziel vor Augen. Gleis 9 - erneuter Turn nach Links. Der Trolli schwebt über dem Boden. Der ICE steht noch. Kurzer Blick auf das HUD. Der Timer zeigt noch 60 Sekunden… das MediKit am leeren Tchibo-Stand nehme ich noch mit. “Ein schneller Kaffee und ein Käsebrötchen!”… *zack*… 15 Sekunden… Rekord. Die letzten Meter zum ICE… Sprung. DRIN! *Level abgeschlossen - Aschlusszug erreicht*. Die Türen schließen und der ICE nach Berlin fährt los…

Puh! Knapp. Ein Mitspieler hatte weniger Glück. Ich hörte noch den Ruf “Sch**sse! Das gibts doch nicht!”, als sich der Zug in Bewegung setzte und sein Konterfei im “Fog of War” verschwindet. Sozusagen “Disconnected!” (Wortspiel-Alarm!!). *hrhr*

Sehr anspruchsvoller Level heute. Auch wenn das Gameplay etwas eintönig wird, kommt man doch bei dem Spiel “Erreiche Deinen Anschlusszug 2.0” regelmässig in Schwitzen. Ein PC- oder Konsolenspielumsetzung wäre sicherlich ein super negativ PR-Gag für die Bahn. Herr Schünemann und unser bajowarischer Beckstein würden das Spiel auf Geheiss von Dr. Pfeiffer sofort zensieren und verbieten. Die Mischung aus Unreal Tournament, Postal 2, Burnout Revenge, Destruction Derby, Grand Theft Auto, Railroad Tycoon und Sonic the Hedgehog, die täglich in deutschen Bahnhöfen gespielt wird, ist sicherlich nicht ganz uninteressant… aber wahrscheinlich für ein virtuales Werk zu brutal.

Verschnaufpause bis 12:17 Uhr … Next Level… “Erreiche schnellstmöglich die S7 in Berlin um um 12:30 Uhr im Büro zu sein…”.

Kommentare

1 Kommentar zu “pendler protokoll #25 - der neue fahrplan: get in the game”

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    urks.de // reloaded » vorbeigestürmt… die alte kyrille meint:

    [...] … Quatsch! Ich sah vor meinem geistigen Augen genau das, was sich seit gestern - bis heute - auf Deutschlands Schienenstrecken abspielt. Genau! Nix! Ich hatte nur etwas mehr Glück als andere bei meiner “Sturmfahrt” durch Deutschland. Der ICE durfte Witterungsbedingt nicht schneller als 200 km/h, zeitweise sogar nur 100-150 km/h, fahren und trotzdem sind wir mit nur 13 Minuten Verspätung in der Mainmetropole angekommen. Respekt. Sauber durchgekommen. In Frankfurt HBf erreichte ich um 18:00 Uhr gerade noch - 2 Minuten Umstiegszeit - die Regionalbahn. Mittlerweile hatte ich schon erfahren, das in NRW die kompletten Züge stillgelegt sind. Na prima… dem Sturm entgegen! Für eine Fahrt die unter normalen Betriebsbedingungen 52 Minuten dauert hat die Regionalbahn gestern über zwei Stunden gebraucht. Aber… alles noch im Rahmen. Ich war froh dann irgendwann nach 20:00 Uhr zuhause zu sein. [...]

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